Die Vergessenen
Unsere Vergessenen in Kecskemét
Die Kategorie "Die Vergessenen" soll jenen Hunden gewidmet sein, die aus den unterschiedlichsten Gründen schon sehr lange im Tierheim sind und scheinbar kaum eine Chance auf ein Zuhause haben.
Nachdem wir mit der Unterstützung von diversen Vereinen, Tierheimen und nicht zuletzt unseren "Foris" schon viele Altinsassen aus dem Tierheim holen und ihnen in Deutschland eine neue Chance auf ein Zuhause geben konnten, bleiben dennoch immer ein paar Hunde zurück - sie gehören schon fast zum Inventar des Tierheims.
Dank Ihrer Hilfe konnten Hunde wie Elektra, Sára, Armand, Dinka und viele andere schon nach Deutschland reisen, einige haben sogar bereits ihr Zuhause gefunden. Vielen Dank dafür!
Wir möchten uns hier den Hunden widmen, die nicht deshalb im Tierheim sitzen geblieben sind, weil sie niemandem auffallen oder weil sie einfach zu unscheinbar sind oder weil sie nirgendwo ins "Beuteschema" passen, sondern deshalb, weil sie sich immer verstecken. Es handelt sich um ängstliche Hunde, traumatisierte Hunde; Hunde, die nie positiven Konakt zu Menschen haben durften und Hunde, die misshandelt wurden. Ihnen allen gemein ist die große Angst vor Kontakt zum Menschen. Ihnen allen gemein ist, dass sie sich im äußersten Notfall auch zu wehren wissen. Es sind Hunde, die wir zum Teil gar nicht inseriert haben, weil sie in Ungarn das Prädikat "wild", "schnappig" und "unhändelbar" bekommen haben. Auch auf der ungarischen Homepage tauchen diese Hunde in der Regel nicht auf, sie landen in der Kategorie "unsichtbar" und sind nur über das Backend einzusehen.
Diese Hunde leben zum Teil schon seit vielen Jahren im Tierheim. Im Ganzen sind es grob geschätzt 3-4 Dutzend Tiere, die scheinbar keine Chance haben, für die es keinen Platz zu geben scheint. Wir wissen, dass es kaum geeignete Menschen für solche Tiere gibt. Wir wissen auch um die Verantwortung, die wir als Vermittler für jeden vermittelten Hund und eben auch seine Familie tragen. Und viele Hunde sind tatsächlich in ihrer momentanen Verfassung weder vermittelbar noch transportierbar.
Das ungarische Tierheimteam hat uns jetzt um Hilfe für diese Hunde gebeten, denn das Leben, was sie führen, geprägt von Angst, Schmutz, Trostlosigkeit, Trauer und Langeweile ist nicht wirklich lebenswert. Wir haben uns deshalb überlegt, dass wir immer mal wieder ein paar dieser Kandidaten doch vorstellen. Vielleicht findet der ein oder andere einen Platz auf einem Gnadenhof oder bei besonders erfahrenen und verantwortungsbewussten Menschen mit den entsprechenden benötigten Voraussetzungen. Vielleicht ist es möglich, diese Hunde für eine gewisse Zeit zur Resozialisierung auf der Swiss Ranch unterzubringen, um sie dann nach Deutschland reisen zu lassen. Die Swiss Ranch ist allerdings nur eine Option, wenn die Hunde, sobald sie transportfähig sind, tatsächlich ausreisen können und übernommen werden. Sonst sitzen am Ende lauter resozialisierte, eigentlich vermittelbare Hunde auf der Ranch, für die sich doch keiner interessiert, wie aktuell unser Tivadar.
Wir hoffen, dass wir mit dieser überarbeiteten Kategorie der Vergessenen das ein oder andere Hundeschicksal doch noch in eine positive Richtung ändern können. Mit Ihrer Hilfe.
Vuk
Vuk hat die Tierheimnummer 53 und ist nachweislich seit dem 23.8. 2007 im Tierheim. Vielleicht auch schon länger, so genau weiß das keiner, denn er kam vor der Neuregistrierung an.
Seine ungarische Charakterbeschreibung lässt sich in etwa so übersetzen: "Ein Verrückter, bissiger, sehr energischer Hund. Hasst die Leine." Das einzige Foto, was damals von ihm gemacht wurde, sehen Sie hier. Man sieht Vuk den Kampf hat, den er hinter sich hat: Gegen die Leine, gegen die menschliche Gefahr. Er hat Panik, aber das hat damals niemand gesehen. Für die Ungarn war er einfach nur verrückt und bissig und damit ein Kandidat für die "Unsichtbar" Liste.
Wann immer ich in Ungarn bin, sehe ich nach Vuk. Ich beobachte ihn schon lange und jedes Mal, wenn ich ihn sehe, hat er ein paar kleine Fortschritte gemacht. Ich habe seine Anzeige immer aktualisiert und neue Fotos und Videos eingestellt, in der Hoffnung, dass irgend jemand diesen verrückten Hund, der eigentlich nur große Angst hat, haben will. Mit jedem Besuch waren seine Augen klarer, sein Blick neugieriger, seine Kontaktaufnahmeversuche mutiger. Aber seine Angst sitzt tief und auch heute würde er wahrscheinlich noch schnappen, wenn man einfach zu ihm gehen und ihn anfassen wollte. Wer sollte es ihm verübeln? Er hat in all den Jahren nie die Erfahrung gemacht, dass menschliche Berührungen auch schön sein können.
Vuk ist ein Vergessener, nein, ein mit Absicht übersehener Hund, weil er nicht "funktionert", weil er nicht den Erwartungen entspricht, die man gemeinhin an einen Hund stellt. Wahrscheinlich wird er nie eine Chance kriegen und wahrscheinlich wird er auch die nächsten Jahre in seinem Tierheim verbringen, seinem Gehege 16, mit seinen Hundefreunden, die kommen und gehen.






