Reisebericht Angelika Winzer
Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen.....: Um 1:00 starteten Elke, Claudia und ich in Tastrup Richtung Ungarn. Wir hatten gute Laune mitgebracht und kamen schnell voran. Wir hatten auch kein Problem mit dem „Arbeiterverkehr“ in Bayern. Denn Dank Fronleichnam hat wohl das ganze Land einen Brückentag genommen und kein Stau hat uns aufgehalten.
Aber ich wollte eigentlich gar nicht soviel über die Fahrt schreiben, sondern über den TSV Bubastis und das Tierheim Kecskemét. Am Freitagnachmittag landeten wir beim TSV Bubastis, bei Marina. Was diese Frau leistet, kann man sich kaum vorstellen wenn man es nicht selbst erlebt hat. Mitten in einem Wohngebiet in Ungarn, eine ganz „normale“ Straße, eine Haus mit offenen Fenstern in denen sich jede Menge Katzen räkelten. Eine lange Mauer, hinter einer Tür, wildes Gekläffe, die unterschiedlichsten Katzen und ein Dackel ( wie sich schnell herausstellte war das Dagobert, der mit uns fahren sollte) liefen auf dem Grundstück herum.
Marina guckte kurz heraus, schnappte sich den Kläffer und band ihn fest, denn fremde Beine hat Hyäne zum Beißen gerne.... Elke und Claudia waren nicht zum 1. Mal da, aber ich traute meinen Augen kaum : jede Menge Katzen, einige Hunde, ein Hängebauchschwein und 2 Rehe, alle friedlich zusammen.
Bei Marina leben zur Zeit, besser gesagt - eigentlich immer - viel zu viele Hunde. Jetzt auch noch mit Welpen und auch viel zu viele Katzen und Katzenbabies, aber was soll sie machen wenn sonst keiner hilft? In dieser Region gibt eine kein Tierheim, lediglich eine Deponie.
Marina hatte für uns, trotz der vielen Arbeit, Essen vorbereitet. Schon Wahnsinn was diese Frau für ein Tagespensum hat und trotzdem verbreitet sie noch gute Laune. Da kann sich so mancher eine Scheibe von abschneiden. Wir haben dann die Spenden, im besten Sinne „alles für die Katz“ ausgeladen. Den Dackel Dagobert eingeladen und sind weiter nach Kecskemét gefahren.
Als wir gegen 22:00 bei unserem Hotel ankamen waren wir doch ziemlich geschafft. Noch was gegessen und dann gegen 24:00 ab ins Bett. Denn um 6:00 klingelte schon wieder der Wecker, um 7:00 wollten wir im Tierheim sein. Am nächsten Tag brauchten wir dann doch die Hilfe von Gabors Schwester um ins Tierheim zu gelangen.
Zum besseren Verständnis:
Gabor : hat eine Tierpension und Hundeschule „um die Ecke“ spricht deutsch und hilft uns wo er kann.
Gabi : erledigt die Büroarbeit im TH und ist unsere Ansprechpartnerin
Attila : Tierpfleger, mit einem weiteren Mitarbeiter betreut er die Quarantänestation
Wir wurden sehr freundlich empfangen, Attila brachte uns etwas zum Frühstücken und strahlte über das ganze Gesicht.
Der 1. Eindruck ist schwer zu beschreiben, ich bin Hundegebell und nicht so gute Gerüche gewöhnt, aber das ist doch etwas ganz anderes...., große Gehege mit vielen Hunden, schon viel sauberer und ordentlicher und auch schon viel kleiner als beim 1. Besuch, wie Elke mir erzählte, aber : Frisch operierte Tiere liegen buchstäblich im Dreck, auf schmutzigen Decken oder Holzböden voll mit Exkrementen...
Wir entdeckten 3 kleine Hunde die in einem total verschmutzen Zwinger saßen. Das Wasser reine Jauche und im vergammelten Futter krochen Maden. Wir holten sofort Gabi und sie sorgte dafür, das die Missstände auf der Stelle beseitigt worden. Das mit dem Wasser ist da so ein Problem, es sind große verrostete Blechtröge, wo das Wasser rein- und immer wieder nachgekippt wird.
Wenn sie das Wasser wirklich mal auskippen, dann in eine Rinne die durch alle Gehege läuft, kein Wunder das sich Infektionen rasend schnell verbreiten..... Es war Fütterzeit und eine Mitarbeiterin stellte einen einzigen großen Eimer Futter in ein Gehege mit über 30 Hunden. Nachdem ich ihr begreiflich machte, das es so nicht geht, und das Futter verteilte, kippte sie das in den gerade trockenen Blechtrog.....
Wir müssen ihnen einfach helfen, es besser zu machen, und sich von mal zu mal über die Fortschritte, ob groß oder klein freuen. Zum Beispiel: Als wir da waren haben sie angefangen die Zwinger der Mutterhündinnen und den Welpen mit kleinmaschigen Draht zu versehen, nun können die Welpen wenn sie anfangen zu krabbeln nicht mehr in die für sie so gefährlichen großen Gehege gelangen.
Wir müssen immer wieder auf Missstände hinweisen und darauf drängen, dass diese beseitigt werden. Aber wir müssen auch Geduld habe, so grundlegende Änderungen gehen nicht von heute auf morgen. Das braucht Zeit.
Das ist bestimmt nicht leicht, vor allem wenn wir uns bewusst machen, für wie wenig Lohn diese Menschen arbeiten müssen..... Wir haben einen kleinen Baum aus Claudias Garten mit nach Ungarn genommen. Mit dem Baum soll unsere Zusammenarbeit wachsen. Attilas junger Kollege hat ihn gleich eingepflanzt und gut bewässert.
Nachdem unsere mitgebrachten Spenden ausgeladen waren, begann das Zusammenbauen der Transportboxen. Alles gut verschnüren und dann die „ausgesuchten“ Hunde verladen.
Wenn man selber in diesem Tierheim war, in die Augen dieser vielen, vielen Hunde gesehen hat, die zum großen Teil immer noch freudig ankommen, teils fürchterlich ängstlich aussehen und sich verkriechen oder was ich am Schlimmsten finde, sind die Tiere die teilnahmslos in der Ecke liegen, sich aufgegeben haben - da kann man nur eines wollen :












