Rumänienfahrt 10.06.2010
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag den 10. Juni haben wir uns auf den langen beschwerlichen Weg nach Slatina/Rumänien gemacht. Es begann schon mit einer absoluten Anfängerpanne, denn der Treffpunkt schien nicht eindeutig, da wir auf unterschiedlichen Autobahnseiten standen und aufeinander warteten. Somit verschob sich die Abfahrt schonmal um eine halbe Stunde.
Die Fahrt innerhalb Ungarns verlief völlig problemlos und angenehm, somit konnte die halbe Stunde Verspätung schnell wieder aufgeholt werden. Nach einer guten Stunde kamen wir an der rumänischen Grenze an und wurden netterweise einfach durchgewunken. Also konnte unsere Fahrt gleich weitergehen.
Es war inzwischen 2.30 Uhr und die Strassenverhältnisse waren teilweise sehr schwierig. Schlaglöcher, so gross wie Kleinwagen und sehr viele Baustellen, hinzukam das die Fahrweise der Rumänen doch sehr gewöhnungsbedürftig ist. Die erste Polizeikontrolle liess nicht lange auf sich warten. Ein Polizeiauto quer auf der Strasse, zwei schlecht gelaunte Polizisten und zwei genervte Fahrer. Sie sprachen uns auf rumänisch an, worauf wir in perfektem Deutsch mitteilten das wir eh nix verstehen. Offensichtlich war diese Art der Kommunikation dem Herrn Polizisten etwas zu anstrengend, so das er mit Händegefuchtel uns weiter gejagt hat.
Innerhalb der Städte sahen wir das gewohnte Bild von streunenden Hunden. Teilweise waren sie im Rudel unterwegs, auf der Suche nach etwas Essbarem und bei den Temperaturen wahrscheinlich auch nach einer kleinen Pfütze, die der seltene Regen vielleicht noch irgendwo hinterlassen hat.
Mit dem Aufgehen der Sonne wurde die Hitze fast unerträglich. Das Thermometer im Auto zeigte selten einen Wert unter 35 Grad. Die langen Standzeiten an den Baustellen waren wirklich sehr zermürbend. Nicht vorzustellen wie die Rückfahrt werden würde, denn dann fahren wir in der Mittagssonne und haben auch noch wertvolle Fracht an Bord.
Unser Weg führte uns durch flache Einöde, waldige Gebirge, vorbei an Seen und Flüssen. Man erkennt deutlich die Armut im Land, sieht aber auch Häuser und Autos, von denen so mancher nur träumen kann. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist auch hier sehr gross.
Gegen 10.30 Uhr erreichten wir dann endlich Slatina. Die richtige Strasse fanden wir, dank Gabors Navi, sehr schnell. Nur leider kam uns wieder eine Polizeikontrolle dazwischen. Diese Polizisten waren wiederrun nicht so nett wie die Grenzpolizei und sie wollten alles ganz genau wissen.
Aber letztendlich gab es keine Probleme und wir konnten unser Fahrt nach dem sie das ganze Auto und alle Papiere kontrolliert hatten, fortsetzen. Leider konnten wir das Tierheim in der Strasse nicht finden, also riefen wir Gratiela an, welche das Tierheim mit Ihrer Mutter betreibt. Auf Englisch konnten wir uns per Telefon recht gut verständigen und somit fanden wir nach einiger Zeit auch endlich das versteckt gelegene Tierheim. Gratielas Mutter kam uns mit einer Schar Hunde entgegen und leitete uns zu den Gehegen.
Es sind mehrere Grossraumgehegen, die Hunde haben wirklich mehr als genügend Platz und mehr als ausreichende Rückzugsmöglichkeiten. Diese enstprechen zwar nicht unseren westlichen Vorstellungen, sind aber für die Hunde vollkommen in Ordnung.
Pro Grossraumgehege sind mindestens dreissig bis vierzig Hunde. Darunter alle Altersgruppen vom Welpen bis zum Senior. Trotz der Anzahl der Hunde und der Zusammenstellung der Rudel war es erstaunlich ruhig und entspannt.
Die Hunde waren im Grossen und Ganzen ausgeglichen und gut versorgt. Es gab nur einzelne Hunde die verhaltenstechnisch aus diesem Rahmen fielen, dies durfte Gabor am eigenen Bein erfahren. :(
Da Gratiela leider nicht vor Ort sein konnte, war die Verständigung recht schwierig. Gratielas Mutter spricht leider nur Rumänisch und ein paar kleine Brocken italienisch, so konnte Gabor mit seinen abgeleiteten Französisch etwas ins Italienische übergehen und so doch die wichtigsten Sachen klären.
Das Verladen der Hunde war schnell erledigt. Ganz im Gegenteil der Papierkrieg bei der Amtsveteränerin. Trotz vorbereiteter Reisepapiere dauerte der Akt im Büro des Amtsvets eine Ewigkeit, die Begutachtung des Autos jedoch nur wenige Sekunden.
Da in Rumänien die EU-Verordnungen noch nicht so in Gebrauch sind, wussten selbst die Amtsveteränere nicht genau über das Vorgehen bescheid. Die Pässe mussten dann anschliessend, nach unserem Draufhinweisen, nochmals korrigiert werden. Die Abfahrt verzögerte sich dadurch um gut eine Stunde.
Letzendlich hatten wir dann alle Papiere zusammen, eine kurze Stärkung erhalten und konnten gegen 14.00 Uhr unsere Rückfahrt antreten.
Die Rückfahrt verlief ohne nennenswerte Probleme. Die vielen Baustellen konnten zur kurzen Pause und zur Wassergabe für die Hunde genutzt werden. Gegen 23.30 Uhr war unser kurzer 24 Stunden Tag in Helvecia wieder beendet.
FAZIT: Trotz relativer geringen Kilometerzahl von 1300km, ist es eine Fahrtzeit von guten 20 Stunden ohne Aufenthalt. Es ist eine Höllentour, die direkt aus Deutschland kommend in dieser Art nicht durchführbar ist. Über das müssen wir uns noch Gedanken machen.
Sandra Gerschler, Gabor Iszak


















