Hoffnungsvolles Treffen
.... oder endlich Licht am Horizont
Bericht von Annamaria Imm-Koczian - Juli 2009
Ich war schon lange nicht mehr so hoffnungsvoll........
Ich schaute aus dem Flugzeug und entdeckte die Donau. Mein Herz klopfte stärker und ich wusste, dass ich bald wieder zu Hause bin. Das war mein erster Flug in meinem Leben. Für Aufregung sorgten schon der Flug selber und die vor mir stehenden Tage genauso. Ich habe von dem Schicksal wieder eine Chance bekommen - für die stimmlosen, meine Stimme einzusetzen.
Für unsere Heimtiere in Ungarn! Ich bin gelandet und wurde von meinen lieben Pfotenhelfern Elke und Gábor abgeholt. Die beiden sehe ich zwar selten aber wegen des tagtäglichen Kontakts sind diese tollen Menschen zu meinen besten Freunden geworden. Es war schön, sie wieder zu sehen …. Kecskemét liegt ca. 1 Stunde Autofahrt südlich vom Flughafen.
Im Auto ging es mir ein bisschen schlecht, naja, war ja auch mein erster Flug. Unterwegs haben wir einmal kurz gehalten, denn es ging mir immer schlechter.
Gábor hat einen herrenlosen Hund entdeckt. Der Hund war sehr scheu und hat sich sofort in einem Kanalrohr versteckt. Elke und Gábor haben es versucht, ihn mit Leckerchen rauszulocken, aber sein Angst war wohl größer als sein Hunger. Wir warteten an dem Loch, aber nichts …... Gábor hat jemanden angerufen und den Streuner gemeldet, dass er eingefangen und ins TH gebracht werden sollte.
Ich habe im Hotel eingecheckt und danach fuhren wir ins Tierheim. Ich war seit 2 Jahren – seit wir Blacki abgeholt haben – nicht mehr dort – ich schäme mich sehr! Es hat sich viel im Tierheim verändert. Ja, man muss auch die positiven Sachen sehen. Hier steht jetzt ein Welpenhaus und eine Krankenstation. Das Tierheim wirkt auf mich ordentlicher als vor 2 Jahren.
Immer versuchen die Leute dort tagtäglich ihr Bestes zu geben. Jeden Tag die Hunde anzusehen und wissen, dass man nicht mehr machen kann als ihnen Futter und Wasser zu geben. Manchmal auch eine Streicheleinheit........... aber kein richtiges zu Hause. Es ist sicher kein leichter Job.
Nach dem Tierheimbesuch fuhren wir mit Elke zu Judit. Judit Tözser ist die Gründerin und Vorsitzende der Stiftung von Mentsvár. Ich hatte mit ihr bisher immer nur E-Mail Kontakt gehabt und ich konnte sie endlich auch persönlich kennen lernen. Eine Seele von Frau, ihr Herz gehört den Hunden und ihr Leben basiert darauf, den Tieren zu helfen.
Wir haben uns zusammengesetzt und uns für den Freitag vorbereitet. Für Freitag hat Judit (sie führt einen Radiosender Gong Radio in Kecskemét) Leute vom Parlament und von der ungarischen Tierärztekammer zusammengerufen. Diese Menschen interessieren sich für den Tierschutz und wollen für das Wohl der Tiere und gegen Tierquäler kämpfen.
Der Abend war bei Judit sehr schön..........ok, ich musste mich kurz hinlegen, da mein Kreislauf nicht mehr mitmachen wollte. Es war für mich furchtbar peinlich, da ich übersetzten sollte aber nicht mal die Augen richtig offen halten konnte. Es ging mir echt furchtbar, aber nach einer halben Stunde Aufenthalt in der Horizontalen ging es wieder.
Ich konnte zwar von der leckeren Fischsuppe nichts essen, aber sie soll sehr gut geschmeckt haben. Es gab noch ein sehr einfaches ungarisches Essen. Man nennt sie Quarknudeln. (Rezept gibt es auf Anfrage!). Elke mochte sie sehr gern.
Zwischen den vielen Leckereien haben wir uns auch über unser Projekt unterhalten und darüber, was wir alles an dem nächsten Tag mit den Leuten im Radio besprechen werden. Nach dem schönen Abend verabschiedeten wir uns. Mit Umarmungen und Küsschen, eben so wie es in Ungarn übrig ist. Lapi – unser Medien - Kopf, macht die Internetseite für das Tierheim und die vielen Filme und Videos. Er fuhr uns nach Hause. Mich ins Hotel und Elke auf die Ranch.
Es war schon spät, ich lag tot müde im Bett, mein Kopf raste wie ein ICE und mein Herz klopfte wie verrückt ….. morgen ist ein Tag, an dem ich wieder was tun kann für die armen Seelen, so wie in Straßburg. Ich habe wieder eine Chance bekommen..... ich muss sie nutzen, ich darf es nicht vermasseln! Ich war dann aber auch beruhigt, weil ich ZUHAUSE war …......... in meinem Land.
Freitag, früh …...... schaue ich auf mein Handy: halb 8! Misst, ich habe es verpennt! Ich bin aus dem Bett gesprungen, schnell noch Laptop angemacht – E-Mails müssen sein! - dann ins Bad, und wieder zurück, Mails gecheckt ….. auf die Uhr geschaut ..6:30 ….....öhm! Halb 7? Doch nicht verpennt? Noch mal auf das Handy geschaut, halb 8. Na was denn jetzt?
Dann habe ich gemerkt, dass ich mein ungarisches Handy angehabt habe und die Uhr nicht umgestellt habe. Wieder alle Aufregung um sonst ….... ich konnte mich noch durch die Mails durchwühlen und dann mich für den wichtigen Tag vorbereiten. Um halb neun stand mein „Taxi“ vor der Tür, alias Lapi, unser Medien-Cowboy.
Wir fuhren ins Radio, wo uns Judit und Herr Dr. Gábor Gönczi, der Präsident der ungarischen Tierärztekammer erwartet hat. Kurz nach mir traf auch Elke ein. Danach kamen die andere Herren an. Dr. Gergely Bárándy, Abgeordneter des ungarischen Parlaments, Jurist, Dr. Süth Miklós, Staatssekretär des Agrar - und Umweltministeriums und Dr. Gábor Lorászkó, Vorsitzender der Sektion für Tierschutz von der Tierärztekammer.
Nun, saßen wir alle in Judits Büro. Wir haben uns vorgestellt und es kamen von den Herschafften die erste Fragen. Wer seid ihr, was macht ihr, was sind Eure Ziele usw....Elke und ich haben uns vorgestellt, haben erzählt, wie es angefangen hat, was und wie wir es machen und was wir erreichen möchten. Dann hat Dr. Gábor Gönczi erzählt, was die Sektion der Tierärztekammer plant.
Sie haben schon mit österreichischen und deutschen Tierschutzvereinen zusammengearbeitet, aber leider mit negativen Erfahrungen! Er berichtete, dass die „helfenden“ ausländischen Tierärzte die ungarischen Tierärzte richtig runtergemacht haben und als „Balkan“ bezeichnet haben. (Das ist für Ungarn eine glatte Beleidigung!) Deswegen sind diese Leute sehr vorsichtig mit ausländischen Tierschutzvereinen. Für uns war das jetzt nachvollziehbar.
Die Tierärzte in Ungarn möchten in erste Linie die Kastration landesweit unterstützen – so wie wir! Dazu würden sie gerne OP Container bzw. Wohnwagen einrichten. Weiter planen sie, dass die Tötungen nicht mehr von den Gemeinden betreut werden, sondern die Tötungen zu dem nächsten funktionierenden Tierheim zugewiesen werden.
Das muss finanziert werden. Dr. Gábor Gönczi schlug vor, dass in Ungarn auch eine Hundesteuer eingeführt werden könnte. Weiterhin sollen die Tiere durch Microchip gekennzeichnet werden. Eine entsprechende Datenbank hat die Kammer hierfür bereits eingerichtet. Es sind bisher leider nur wenige Tiere eingetragen …..aber es würde funktionieren.
Dr. Gábor Lorászkó spricht deutsch und so konnte sich Elke mit ihm unterhalten. Elke wurde ausgefragt und je mehr sie erzählte, umso mehr strahlten die Ärzte. Sie konnten nicht glauben, dass wir alle 6 Wochen nach Ungarn fahren und so viele Hunde nach Deutschland vermitteln..... sie waren fasziniert von der PHU.
Elke und ich waren zuvor wirklich aufgeregt wegen dieses Treffens. Aber im Laufe dieser Gespräche war es wirklich einfach nur locker und angenehm. Als hätten sich hier ein paar Menschen getroffen, die Lust hatten, etwas für den Tierschutz in Ungarn zu tun. Das jedoch mit dem Unterschied, dass Judit hier für Ungarn die wichtigsten Personen an einen Tisch gesetzt hat.
Danach kam das Interview Live im Radio. Eine Stunde haben sich die 4 Männer unterhalten mit dem Reporter. Danach kamen wir auch dazu. Es war aufregend und schön. Alle Leute, die dort saßen, sind sich einig! Wir wollen alle dasselbe: Den Tieren helfen und die Streuner - Problematik verändern. Dem sinnlosen Töten eine Ende machen. Obwohl Politiker und richtig hohe Tiere mit uns an einem Tisch saßen, kam es uns vor, als wenn wir uns schon seit lange kennen würden.
Es sind alles nette Menschen und man kann wohl doch etwas bei Politikern erreichen, wenn man den richtigen Ton trifft. Dieses Treffen war etwas Besonderes. Es war ein Gipfeltreffen für die Tiere – genau so, wie es am nächsten Tag in der Zeitung stand.
Ein einmaliges Treffen, eine Chance, etwas in dem Tierschutz in Ungarn zu verändern. Die Radiosendung wurde in Ungarn von einem Drittel der Ungarn gehört. Ist das eine Chance? Es ist eine! Nach der Sendung sind wir mit dem Abgeordneter Dr. Bárándy – der nebenbei so alt ist wie ich - Essen gegangen. Die anderen Herren müssten leider weiter, aber der Abschied war schon sehr rührend.
Dr. Gönczi hat uns mit Handkuss und Küsschen links und rechts verabschiedet und sich bedankt für unsere Anwesenheit. Dr. Lorászkó hat mir am Schluss zugeflüstert : „ich bin so froh dass ihr so ein ehrlicher Verein seid und ich habe heute liebe Menschen kennengelernt!“ - na da musste ich fast heulen …. Beim Mittagessen haben wir mit Dr. Bárándy über das ungarische Tierschutzgesetz gesprochen.
Er ist im Justizministerium und in der Verfassungsabteilung. Er ist spezialisiert für Strafrecht. Daher lässt er alle bekannten Fälle, die Tierquälerei betreffen, verfolgen. Er hat uns darum gebeten, wenn uns irgendeinen Fall bekannt wird, dass wir ihn sofort benachrichtigen. Er hat in diesem Jahr schon etwas erreicht, und zwar gab es folgenden Fall:
Vor 2 Jahren haben Jugendliche mehrere Katzenbabys zur Tod gequält. In diesem Jahr sollte der Verhandlung stattfinden, aber die Jugendlichen wurden als „in normalen Verhältnissen“ lebende Jugendliche in Ruhe gelassen. Es fand keine Verhandlung statt. Sie dürfen nur in den nächsten 2 Jahren nichts anstellen....... Dr. Bárándy rastete aus, als ihm dieses Ergebnis vorgelegt wurde. Es ging durch die Zeitungen und auch im Fernsehen wurde darüber berichtet. Er hat dem Oberstaatsanwalt in einem öffentlichen Brief die Frage gestellt: „Was bitte muss man anstellen, um in diesem Land, als Tierquäler verurteilt zu werden?“
Die Jugendlichen hatten den Katzen die Augen ausgestochen und sie lebend gehäutet.
Der Staatsanwalt hat persönlich zugegeben, dass dieses Verfahren falsch abgelaufen sei. Er wies nunmehr alle Staatsanwälte an, in ähnlicheren Fällen strenger vorzugehen. Immerhin ein Schritt vorwärts! Nach dem Mittagessen haben wir uns verabschiedet und wir haben uns für unsere nächste Aufgabe vorbereitet: Samstag : der deutsch-ungarische Tierschutztag!
Freitagabend gab es Gewitter und Regen. Wir haben gehofft, dass es bis morgen früh wegzieht.... So war es auch. Samstag gab es tollen Sonnenschein, ein schöner ungarischer Sommertag. Um 9 kam ich an am Vizmüdob, wo unsere Veranstaltung statt fand.
Lapi steckte in den Vorbereitungen und Niki war mit Emese auch angekommen. Weiter trafen noch Elke, Steffi, Ine, Dagmar mit Dieter, Gábor und Kerstin ein. Einer der schönste Momente des Tages war, dass Böbi und Emese sich wiedersehen würden. Böbi ist Elke´s 6. Hund. Sie wurde damals von Emese gerettet. Sie hat sich zu Hause um das kleine Wuschel gekümmert.
Hätte Emese es nicht getan, wäre Böbi heute nicht unter uns. Emese wußte natürlich nicht, dass Böbi Elke begleiten wird. Es liefen viele Hunde herum …... Emese schaut, und schaut und ups! BÖBI! Sagt sie auf ihren sanften Art, ihre Stimme war schnell weg und dann kamen nur noch Freudetränen! Für die Betreung an dem Tag von Böbi musste man nicht mehr sorgen!
Wir waren dort auch live im Radio, Lapi hat ständig berichtet, was bei uns dort los ist. Es gab ein volles Programm mit der Adoption von Mini. Man konnte seinen Hund kostengünstig chippen lassen, es gab Hundekosmetik und die Firma Fressnapf war auch vor Ort. Weiter zu Besuch die Hundeschule Cerberos von Budapest, mit 2 Trainern und vielen wuscheligen Schülern.
Wir haben aber auch Besuch aus Barcs gehabt ! Vier Pfleger vom Tierheim Barcs haben sich auf dem Weg gemacht, um uns zu treffen. Liebe Leute, denen dieser Tag auch sehr wichtig war!
Die Sonne hat sich sehr bemüht, dass wir nicht frieren. Es war tolles Wetter mit ein wenig Wind, so dass die Wärme angenehm war. Mini wurde ihren neuen Besitzern übergeben – leider saß die süße Maus 3 Tage später wieder im Tierheim - angeblich Husten …... das ist wohl ein Grund zur Abgabe. Ich bin diesbezüglich wütend und fassungslos .... no comment!
Aber unser „1000.“ Hund in Ungarn hat es jetzt bei Angelika gut und wird sie in Deutschland ihr zu Hause finden. Obwohl diese Tatsache Schatten auf diesen Tag wirft, war es trotzdem ein wunderschöner Tag. Später haben wir die PHU vorgestellt, Elke und Dagmar wurden bejubelt, sie haben erzählt, wie und warum wir was machen.
Danach kam meine Rede, worüber ich lieber schweigen möchte …... - ich kann einfach nicht mehr reden *rotewangeschememichsehr*. Die Hundeschule Cerberos hat sich vorgestellt und uns ein tolles Programm vorgeführt.
Die Hunde, die an diesen kleiner „Show“ teilgenommen haben, waren früher alle Problemhunde, mit verschiedenen Macken. Davon merkte man aber nichts mehr! Es war eine schöne und lustige Vorstellung!
Über den kleinen Pudel (hier links im Bild) mußten Dagmar und Elke immer lachen. Er streckte den Kopf zu dem Frauchen immer so hoch, dass er fast hinten überfiel. Das war ein Bild für die Götter!
Der Tag ging langsam zu Ende und wir verabschiedeten uns von den Besuchern. Es gab sehr viele, die uns die Hand geschüttelt haben und viele, die Danke gesagt haben für unsere Arbeit. Die PHU hat rund um Kecskemét einen guten Ruf, und viele haben sich geehrt gefühlt uns kennengelernt zu haben.
Es war ein schönes Gefühl.
Abends trafen wir uns bei Gábor auf der Ranch. Kati hat uns bekocht und wir haben von Lapi den Film angeschaut. Die Puszta wurde von den letzten Sonnenstrahlen gestreichelt. Die Sonne verschwand hinter den Wäldern. Die Luft roch nach Sommer, nach ungarischem Sommer, nach Heu und Erde.
Weit weg bellten Hunde, und unsere Hundis haben getobt. Alle wuselten um uns herum. Wir saßen zusammen und waren alle ziemlich müde. Wir haben gequasselt und gelacht. Es war ein schöner Abend, ich wünschte mir, wir könnten öfter so zusammensitzen.
Sonntag hat mich mein Papa besucht. Es war schön wie immer, den „alten“ Herrn zu sehen. Ich konnte es natürlich nicht aushalten, dass er meine Freunde nicht kennenlernt. Lapi fuhr uns zur Ranch und während der Fahrt wurden Beni (Lapi´s Hund) und mein Papa die besten Freunde!
Der Nachmittag ging viel zu schnell vorbei und zwischen vielen Telefonaten hatte ich kaum Zeit für meinen Papa. Wir waren noch mal Eis essen und haben wie immer über unseren Verwandten gelästert. Papa musste dann wieder heim. Wir haben uns am Sonntagabend alle noch mal bei Judit getroffen und einen schönen Abend verbracht.
Ich hoffe zwar, dass ich meine Pfotenhelfer in September wieder sehe, aber es ist noch weit weg ….... Es waren 4 anstrengende aber schöne Tage! Montag früh holte mich Elke mit Paul ab und wir fuhren zum Flughafen. Wir haben über die vergangenen Tage geredet und uns gefreut, dass wir wieder was bewegen konnten. Ich verabschiedete mich von Paul und von Elke.
Sie hat sich bedankt …... sie hat sich bei mir bedankt! Ich müsste mich bei ihr bedanken, dass sie sich für meine Heimat so einsetzt! Für unsere Tiere, für unsere Hunde! Danke Elke, und danke an das ganze PHU Team! Ihr seid so tolle Menschen! Danke! Am Flughafen musste ich noch einchecken. Da stand ein Mann vor mir. Hm, dachte ich mir, den kenne ich doch irgendwoher.
Grübel, grübel, ah! Ein ungarischer EU Abgeordneter! Alarmglocken leuchteten, na Anna jetzt oder nie. Ich musste den ansprechen. Ich tat ich es auch. Wir hielten kurzen Smalltalk. In dem Flugzeug saß er mit einer Abgeordneten 2 Reihen hinter mir. Schade, dachte ich mir, aber abwarten! Der Flug war sehr angenehm. Ich hatte gar keine Angst mehr und ich genoss es total.
Die Sonne strahlte und über Ungarn schwebten leichte weiße Wolken. Es sah traumhaft aus. Ich entdeckte sogar den Plattensee von weitem. Es war so schön!
Wir landeten in Frankfurt und ich ging mein Gepäck abholen. Da verfolgte ich "meine" Abgeordneten. Beim Warten auf unser Gepäck habe ich sie natürlich angesprochen. Sie waren beide sehr nett und haben sich für mich interessiert. Wer ich bin, wie ich nach Deutschland kam, was ich so mache. Der Herr kommt auch aus der Gegend wo ich aufgewachsen bin .
Ich konnte natürlich nicht wiederstehen und musste unsere „Straßburg-Aktion“ erwähnen. Ich wollte die beiden zwar nicht länger aufhalten, aber musste das noch einmal in Erinnerung rufen. Sie waren beide sehr interessiert, und haben sofort gefragt, was es bringen würde, wenn wir so ein einheitliches EU-Tierschutzgesetz hätten. Ich habe es ihnen erklärt.
Dann kamen die Gepäcke, wir verabschiedeten uns sogar mit Handschütteln und haben uns alles Gute gewünscht. Ich fügte noch hinzu, dass es sein könnte, dass ich bald bei Ihnen an die Tür klopfe. Sie haben nett gesagt: Sehr gerne! Na also, so einen Abschluss nach einem erfolgreichen Wochenende, kann man sich doch besser gar nicht wünschen!
Ich denke die beiden werden sich schon an mich erinnern......... ich hoffe es.
Die Sonne brennt in der Puszta. Der Hund, der an der Kette liegt, ohne Wasser, ohne Unterschlupf, schaut hoch zum Himmel. Er denkt, da oben, was könnte dort sein? Er schaut hoch, er schaut ….. die Sonne brennt ….. er hat Durst. Plötzlich donnert es und er wird wach! Ah, ich habe nur geträumt. Wieder dieser Traum. Woher habe ich es denn?
Draußen donnert es und es peitscht, aber der ehemalige Kettenhund hat keine Angst mehr. Er liegt ruhig, gesättigt, ohne Durst in seinem Körbchen in der Küche, wo seine Menschen ihren Kaffee trinken und die Zeitung lesen. Die Menschen, die ihn von der PHU übernommen haben. Er schnauft kurz und schläft weiter, sein Atem ist regelmäßig und ruhig.
Ihm kann nichts mehr passieren, er wurde gerettet.......
Wie viele Hunde könnten schon dasselbe erzählen? Viele, viele …... und nur weil ihr Pfotenhelfer euch mit euren Herzen und Kräften so für die Ungarn-Hunde einsetzt!
Vielen Dank im Namen der Hunde aus meiner Heimat!
Annamária Imm-Kóczián
Ungarin und Deutsche
Übersetzerin der PHU für Ungarn























