Reisebericht Birgit Lewe
Die etwas andere Ungarnfahrt
Es war ganz anders geplant. Eigentlich wollte ich Ende März ganz gemütlich für gute 2 Wochen nach Ungarn. Selbstverständlich nach Kecskemét und Helvetia, wo Kati und Remo mich “aufnehmen” wollten. Und einige Tage Budapest sollten es auch sein. Doch dann hatte Gabor seinen Unfall und war ziemlich gehandicapt und so fand ich mich früher als vorgesehen in Ungarn wieder. Durch verschiedene Umstände auch anders als geplant. Plötzlich saß ich im mit Spenden vollgeladenen PHU-Transporter und mein Lebensgefährte saß neben mir. Und eine vorläufige Übergabe-Liste im Gepäck.
Erster Stop mit Übernachtung war natürlich mal wieder Gifhorn. Steffi und Jörg sind einfach klasse. Dort am nächsten Morgen auch noch Spenden zugeladen, nächster Stop war dann wieder mal eine Werkstatt. Der Transporter ruckelte wieder. Nach dem Werkstatt-Stop lief er zwar gut, aber auch nicht allzu lange und er fing wieder mit seinen Aussetzern an. Wir haben es aber bis nach Helvetia geschafft und kamen dort nachts so gegen 1.00 Uhr an . Kati und Remo warteten schon. Und ehrlich, ich war sehr glücklich, als ich mich lang ausstrecken konnte.
Ausschlafen war aber nicht; am nächsten Morgen saßen Kati und ich um 6.30 Uhr beim Kaffee und um 7.00 Uhr ging es los. Wasserkanister füllen, Medikamente einpacken und ab zu den Gehegen, wo ich viele bekannte Fellgesichter wiedersah.
Fritz mit seinen “Selbst-Angriffen” , der sich zurückzieht und einen neugierig beobachtet, sobald man sich dem Zwinger nähert. King, der einem am liebsten auf den Arm springen würde, Darwin, der aufgeregt durch´s Gehege fegte, weil endlich was passiert, Alex, der einem liebevoll die Schnauze zur Begrüßung in die Hand schiebt, Hencsi, die süße Maus, die von Tag zu Tag mehr aufblühte, Oszkar, nur charming, Johann, der schüchtern und aufmerksam näher kam und sich dann wohlig streicheln ließ, Ari, die sich im Tierheim aufgegeben hatte und nun wieder Lebenslust versprühte, Sissy, völlig ängstlich, immer auf schnellen Rückzug bedacht, aber die jeden Tag etwas mutiger auf uns wartete, Bruno, groß, wuschlig, temperamentvoll und verfressen, Flavio, sanft wie ein Lämmchen, Hamburger, die wohl einen Gummiball in ihrer Ahnenreihe hat, Bogyo, klein und keck, Marci, der auf dem weg ist ein toller Hund zu werden. Und die Oerdög-Welpen, die schon längst keine Welpen, sondern total süße Junghunde sind, Edi, Oli, Lenny der kleine Mike.
Dann ging es erstmal los, Gehege säubern, Hunde füttern, Wasser geben und zwischendurch zurück zum Haus, um die Wasserkanister neu zu füllen. Leider gibt es noch keine Wasseranlage direkt am Gehege, was die Arbeit natürlich erschwert. Als wir bei Kati fertig waren, ging es 'rüber durch den Wald zu Gabor. Und auch dort die bekannten Fellnasen. Jumpec war gerade am Wochenende eingezogen. Er wurde am Auge operiert, warum und wozu ist mir leider nicht klargeworden. Gabor hat ihn im Tierheim mit eiternden Wunden entdeckt und sofort mit zur Swiss-Ranch genommen. Jumpec würde einen am liebsten überhaupt nicht mehr weglassen, so sehr genießt er die Aufmerksamkeit. Und es fällt schwer, ihn wieder im Zwinger zurückzulassen und ihn nicht mitzunehmen auf dem Rundgang. Im Gehege der Zyra-Welpen tobte das Leben und daneben saßen Caruso und Tito, die dem Spektakel gelassen zusahen. Caruso hat ja nun endlich sein Zuhause, aber Tito wartet immer noch auf seine Chance. Schüchtern kam er näher und ließ sich dann kraulen und genoss es sichtlich. Gabors Haus ist die “Krankenstation” , Tosca, Zoli, Bajnok liefen dort einträchtig herum. Gegen 12.00 Uhr waren wir dann endlich fertig.
Dann haben wir die Spenden sortiert, da einiges für die Katzen waren, die in einem Häuschen dort leben. Und auch einige Decken und Spielzeug blieben auf der Swiss-Ranch. Ein paar Sachen haben wir auch für ein anderes Tierheim auf die Seite gelegt. Wir hatten nämlich vor, am nächsten Tag nach Barcs zu fahren. Dort saß Rex, der blinde Schäferhund, schon sehr lange und Angelika hatte ihn auf ihrer “Gnadenplatz-Wunschliste”. Ihn wollten wir abholen und mit nach Deutschland nehmen.
Nach der Sortiererei war dann die Verbandsrunde angesagt. Und Spazierengehen mit einzelnen Hunden. Dann war wieder die Grundversorgung dran, bevor es ganz dunkel war. Am nächsten Tag die Hunde versorgt, zum Tierheim gefahren, im Affenzahn die Spenden abgeladen, nur einen kurzen Rundblick durch´s Tierheim geworfen, gleich wieder ein Mobbingopfer entdeckt und rausgeholt, wieder rein in den Transporter und los nach Barcs. In Katis Begleitung.
Im Wagen konnten wir das erste Mal an diesem Tag etwas durchschnaufen. 280 km lagen vor uns.
Hört sich nicht viel an, aber 280 km ungarische Landstrassen können verdammt lang werden. Kurz vor Percs wurden wir vom Zoll angehalten, die den Wagen kontrollierten auf Zigaretten und Alkohol. Das Hundefutter interessierte die Zöllner nicht, aber sie klopften doch tatsächlich alles ab. Nach fast 4 Stunden Fahrt kamen wir endlich an den Platz, an dem wir mit dem Leiter des Tierheims , Herrn Biczak, verabredet waren. Das war auch sehr gut so, denn alleine hätten wir dieses kleine Tierheim nicht gefunden.
Was wir dort dann vorfanden, ist eigentlich unbeschreiblich. Man fährt einen kleinen Weg, bis es nicht mehr weitergeht. Dann landet man an einer ehemaligen Schweinemästerei. Mit Gehegen aussen angebaut. Wir hielten an und waren sofort von einigen Hunden umringt, die sich sehr offensichtlich über Herrn Biczak freuten, aber auch Ralf, Kati und ich bekamen eine freundliche Begrüßung der Vierbeiner. Dann kamen 2 Frauen auf uns zu um uns ebenfalls zu begrüßen. Kati war wieder mal unsere Dolmetscherin, da niemand dort deutsch oder englisch spricht. Und Fragen hatten wir natürlich sehr viel. Und viele Antworten haben uns tief beeindruckt.
Vorweg, dieses kleine Tierheim ( ca. 80 Hunde), wird von einem ungarischen Verein betrieben und erhält auch die 1% Förderung des Staates. Was in diesem Fall bedeutet, das der Staat die Miete und Stromkosten trägt. Strom gibt es nur für Licht. Das war es dann auch schon. Herr Biczak, der früher in einer Tötung arbeitete, aber es nicht mehr ertragen konnte, hat den Verein zusammen mit einer Tierärztin vor 5 Jahren gegründet. Fast alle arbeiten ehrenamtlich, die eine angestellte Frau hat seit Anfang des Jahres kein Gehalt erhalten, lässt sich aber dadurch nicht von ihrer Arbeit abhalten. Und man merkt ihr an, wie den beiden anderen auch, dass sie mit sehr viel Liebe dabei sind. Tiere, die dort abgegeben werden, kommen als erstes zum Tierarzt, bevor sie ins Gehege kommen, bei Welpen wird sofort ein Parvo-Test gemacht und sie werden geimpft. Dann machten wir uns auf einen Rundgang. Um es mal so auszudrücken, Mentsvar ist das reinste Luxustierheim dagegen!
Aus den ehemaligen Schweinebuchten wurden Gehege gebaut. Auf der einen Seite des Gebäudes gab es Türen, so dass die Hunde rein und raus konnten. Auf der anderen Seite gab es nur kleine Fenster, die im Sommer rausgenommen werden. Sie versuchen immer, einige der Hunde von dieser Seite draußen mitlaufen zu lassen, aber da das Gelände tagsüber meist nicht versperrt ist, können eben nur die Hunde raus, die nicht weglaufen.
In der Mitte des Gebäudes ist ein Holzlager. Holz und Stroh bekommen sie gespendet. Ebenso Brot und Schlachtabfälle. Daraus wird jedem Tag an zwei Gulaschkanonen ähnlichen Öfen ein Brei gekocht. Dafür brauchen sie das Holz. Sonntags gibt es kein Futter für die Hunde, außer für Welpen und trächtige oder stillende Hündinnen. Da haben der Bäcker und Fleischer geschlossen. Die “Futterküche” liegt gegenüber von dem Holzstapel.
Eine alte Waschschüssel ist die einzigste Möglichkeit, sich die Hände zu waschen. Es gibt nur einen Brunnen, der im Winter nicht funktioniert, also schleppen die Menschen kanisterweise Wasser für die Hunde heran. Eine richtige Toilette gibt es nicht, sondern da steht ein Holzhäuschen mit “Donnerbalken”.
Die Liegeplätze für die Hunde werden aus Brettern zusammengenagelt und mit Stroh ausgelegt und in jedem Gehege stehen Hundehütten, zusammengebastelt aus alten Europaletten. Und trotz dieser erbarmungswürdigen Zustände wirkte alles sauber, so gut es eben unter solchen Bedingungen geht.
Es war nur ein Welpe dort. Nozi. Sie wurde gefunden. Es gab 2 trächtige Hündinnen, die schon trächtig ins Tierheim kamen. Zwar sind dort nicht alle Tiere kastriert, aber läufige Hündinnen werden separiert und mit Hormonen behandelt. Sie versuchen, pro Monat 2 Tiere zu kastrieren. Die Tierärztin arbeitet unentgeltlich, aber die Medikamente kosten eben viel Geld.
Hinter einem größerem Gehege ist der Friedhof. Kein gestorbener Hund landet in der Mülltonne, sondern sie werden dort begraben.
Dann die Hunde dort, einer schöner als der andere. Die ganze Atmosphäre dort ist freundlich und gelassen. Jeder Hund freut sich, wenn sich ein Mitarbeiter nähert. An den Gehegetüren sind kleine Tafeln mit den Namen der Hunde festgemacht und es hingen noch Tannenzweige von Weihnachten mitdran.
In der Futterküche standen 2 Stühle, auf denen es sich ein älterer Hund bequem gemacht hat und ein kleiner lag nahe beim Ofen. Und dann lernten wir endlich Rex kennen. Ein wunderschöner Rüde und total lieb. Und Herr Biczak hatte Tränen in den Augen bei dem Gedanken an dem nahenden Abschied. Doch vorher wollten wir noch die Spenden loswerden und ich gestehe, ich war sehr beschämt, das wir nicht mehr mitgenommen hatten. Dann wollte Herr Biczak nicht mal mehr die ausgemachte Schutzgebühr von 5.000 Forinth annehmen. Und ich fühlte mich noch beschämter. Erst als ich ihm durch Kati's Hilfe klarmachte, dass es ja für die Hunde ist und nicht für ihn persönlich, nahm er das Geld.
Der Abschied von Rex war sehr schmerzlich für ihn und er hatte eine Weile damit zu tun, seine Fassung wiederzugewinnen. Kati und ich schluchzten natürlich mit und so fuhren wir mit Rex in der Box den kleinen Weg wieder zurück. Und wieder lagen 280 km Landstrasse vor uns. Es wurde dunkel und so langsam machte sich der Hudini in Rex bemerkbar. Die Transportbox fand er nämlich so richtig sch….. Und stieg da kurzerhand aus, kletterte auf die Box und krabbelte zu uns nach vorn. Dazu möchte ich nur sagen : blind und älter :-). Das fand er dann sehr schön bei uns, aber ehrlich gesagt ist er zu groß für diesen Platz. Also nach einer Parkmöglichkeit gesucht, angehalten, etwas mit ihm spazieren gegangen, wieder in die Box gelotst und weitergefahren. Aber nicht lange, da Rex sich wieder befreite und hinten im Transporter auf Entdeckungstour ging. Also gleiches Spiel noch mal. Da wir keine Ahnung hatten, wie er es geschafft hatte , sich aus der Box zu befreien, drehten wir sie mit der Tür zur Wand und hielten es für eine gute Idee. Als wir endlich gegen 22.00 Uhr bei Gabor ankamen und die Box rausholten, staunten wir nicht schlecht, als wir feststellten, dass dieser süße Kerl die Innenverkleidung vor der Box zerlegt hat. Bei geschlossener Boxentür! Wie hat er das nur geschafft????
Am selben Abend telefonierten Steffi und ich noch miteinander und ich schilderte ihr meinen Eindruck vom Tierheim in Barcs, den Hunden, den Zuständen, den Menschen und fragte nach einer Möglichkeit zu helfen. Sie schickte es sofort als mail an unser gesamtes Team und ich kann nur sagen: Ich liebe sie alle!
Sofort sagten alle zu und Angelika schrieb den wunderbaren Satz “Ein blinder Hund hat uns die Augen geöffnet”. So konnte ich am nächsten Tag Gabor bitten, eine größere Menge Futter zu bestellen, das wir am Dienstag nach Barcs bringen wollten. Gleichzeitig wollten wir dann Nozi abholen, da Dagmar von Deutschland aus, schon alles für einen Umzug zu Fritz und Kerstin arrangiert hat, da sie den Gedanken nicht ertragen konnte, dass da ein einzelner Welpe lebt.
Die nächsten Tage waren voll mit Arbeit bei Kati und Gabor und ich stellte dabei fest, dass es wirklich ein hartes Brot ist. Zwar macht die Arbeit mit den Hunden viel Spaß, aber die Bedingungen sind einfach schlecht. Es müssten bauliche Maßnahmen ergriffen werden und sie brauchen dringend Unterstützung bei der Grundversorgung, damit sie sich vermehrt um die Arbeit mit den Hunden kümmern können.
Wieder Telefonate mit dem Vorstand, Telefonate zwischen Vorstand und Gabor und jetzt haben sie eine junge Frau, die sich vormittags um die Grundversorgung kümmert. Zumindest 5 Tage in der Woche und ich kann nur hoffen, dass es klappt und von Dauer ist. Kati hat noch ihre Mutter bei sich leben, die sich nicht selbstständig versorgen kann und 2 Kinder. Und eigentlich bräuchte ihr Tag 48 Stunden, um allen gerecht zu werden. Es ist das Eine, sich vorzustellen, wie viel Arbeit dort anfällt und das Andere es mitzuerleben, wenn auch nur für kurze Zeit. Kati, Gabor und Remo haben keinen 8 Stunden Job und dann Feierabend, sondern sie sind eigentlich 24 Stunden und das 7 Tage in der Woche im “Dienst”.
Am Samstag dann endlich Mentsvar!
Gabor sagte gleich, Welpenhaus und Krankenstation sind tabu, wegen einem Parvo-Fall. Also startete ich meinen Rundgang in der Quarantäne. Dann ins Tierheim. Und wieder alles überfüllt. Und wieder Hunderte von hoffnungsvollen , traurigen oder resignierten Augenpaaren, Nasen und Pfötchen, die sich durch die Gitter zwängen, lautes Gebell, um auf sich aufmerksam zu machen. Und wieder ohnmächtige Wut und das überwältigende Gefühl der Hilflosigkeit. Und wieder Tränen der Trauer und Fassungslosigkeit. Und wieder viele Hunde, die schon so bekannt sind. Und wieder so viele Hunde, die man noch nicht vorher gesehen hat... Und wieder in Gedanken das “Ärmel-hoch-Krempeln”, sich in den Allerwertesten treten und sich klarmachen, das für Gefühle auch Zuhause noch Zeit ist.
Und dann, kleine Hoffnungsschimmer. Adria, die zugenommen hat und verzweifelt am Gitter hochkletterte, weil sie raus will, Satanka mit geschorenem Kopf, wild im Gehege herumrennend, damit ich ihn bemerke. Aber dann wieder Hoffnungslosigkeit. Thomas im Einzelgehege, die Nase und Pfote durch´s Gitter schiebend, einen Blick zum Steineerweichen, und sich dann resignierend wieder in die Hütte zurückziehend. Anyoka, aus Entfernung alles beobachtend, aber sie kommt schon nicht mehr ans Gitter. Ich kann nicht alle Hunde hier aufführen, aber sie sind alle dort und warten verzweifelt auf die Chance ihres Lebens. Und beim Verlassen des Tierheimes wieder das leise Versprechen, alles zu versuchen, um die Zustände vor Ort zu verbessern und ein Zuhause für diese wunderbaren Tiere zu finden.
Einige Wochen ist das jetzt her, aber es ist so lebendig, als wäre ich gestern dort gewesen und wenn ich manchmal das Gefühl habe, dass nix voran geht im Tierheim und ich am liebsten alles hinschmeißen würde, drängen sich die vielen Augenpaare in meinen Kopf und mir wird sofort klar, das ich nicht aufhören kann.
Und weiter ging es mit der Arbeit. Am Dienstag dann noch mal nach Barcs. Diesmal ohne Kati, dafür über 30 Säcke Futter im Transporter. Leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber ein Anfang. Wieder wurden wir von freilaufenden Hunden begrüßt, die sich aber nicht allzu lange mit uns aufhielten, weil sie sehr beschäftigt mit dem Herumtoben um einen Strohballen waren.
Unglaublich, ein solch armes Tierheim mit glücklich und ausgelassen spielenden Hunden! Auf einem zweiten Strohballen hat es sich “Queen Victoria” wie ich diesen Hund für mich nannte, gemütlich gemacht und genoss die Sonne.
In Barcs wussten sie nur, das wir Nozi abholen wollten und die Futter-Spende hat sie sehr sprachlos gemacht. Beim Abschied wurde ich gefragt ob ich wiederkomme und ich bin sicher nicht das letzte Mal dort gewesen. Die Rückfahrt mit Nozi war sehr schön. Erst war sie in einer Box, aber nach 5 min. entschiedenes Heulen, holten wir die Maus zu uns nach vorn. Was sie sichtlich genoss und nachdem sie dort alles geklärt hatte und Ralf dann doch das Lenkrad überließ, legte sie sich zwischen uns hin und verschlief die erste große Reise ihres Lebens fast komplett.
Donnerstag morgen dann die große “Hundeverladung”. Wir haben es wirklich geschafft, wie geplant um 8.00 Uhr die Fahrt zu starten. Das Auto voll mit Hunden auf die Reise in ihr neues Leben, also auch voll mit Hoffnung. Fiona war unser Fahrtmaskottchen und hat uns vorne begleitet. Die Übergaben waren wieder einmal wunderschön. Pünktlich kamen wir nachts in Gifhorn an. Zoli im Gepäck, den wir am nächsten Tag dann Claudia übergaben. Zoli teilte sich mit mir ein Zimmer und die Nacht war doch recht kurzweilig, weil der Süße immer wieder zu mir kam, mir sanft ins Gesicht hechelte und sich erst wieder hinlegte, nachdem er seine Streicheleinheit bekam. Ich hab ihn nur schweren Herzens an Claudia übergeben, so eine gemeinsam verbrachte Nacht verbindet doch ganz schön ;).
Dann endlich unsere Hunde abholen, die ich die ganze Zeit trotz der vielen Vierbeiner in Ungarn, doch sehr vermißt habe. Sie waren bei Angelika in der Pension. Danke nochmals, Angelika und Deinen Mitarbeitern für die gute Versorgung.
Jetzt, einige Wochen später, hat sich viel getan wegen dem Tierheim in Barcs, so dass ich zu hoffen wage, das wir zukünftig mit Herrn Biczak und seinen Helfern enger zusammenarbeiten werden. Dieser kleine Verein benötigt dringend Unterstützung. Sie würden gerne das Gelände kaufen und richtig aufbauen. Ehrenamtliche Helfer haben sie viel und auch an Sachspenden Baumaterial bekommen sie einiges zusammen. Ihnen fehlen 8 Millionen Forinth (ca. 25.000 Euro), um das Gelände erstmal zu kaufen, denn natürlich ist die Angst groß, dass sie jetzt dort viel Arbeit und Kosten reinstecken und dann kommt der Besitzer und verkauft es jemanden anderen.
Wir, die PHU wollen jetzt versuchen, die dortigen Hunde mitzuvermitteln, damit sie vielleicht die Möglichkeit haben, dieses Gelände eines Tages wenigstens anzuzahlen. Und falls Sie, liebe Tierschützer, jetzt das dringende Bedürfnis verspüren, auch dort etwas spenden zu wollen, können Sie das gerne tun. Unser Vereinskonto ist ja bekannt, Stichwort : Tierheim Barcs.
Sachspenden sind leider nicht möglich, weil das Tierheim einfach zu weit weg ist von Kecskemét und wir auf unseren “normalen” Fahrten dort nicht hinkommen. Für weitere Informationen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Fazit dieser Reise:
Wir haben viele tolle Menschen kennengelernt, und Kati, Remo, Roger, Kati´s Mutter und Gabor haben uns eine wunderschöne Zeit ermöglicht. Vielen vielen Dank dafür. Kati, unsere Lachattacken vermisse ich doch sehr.
Die Fahrt nach Barcs war sehr beeindruckend und die Erlebnisse in dem Tierheim noch mehr. Überall in Ungarn spürt und sieht man die Armut, und natürlich sieht man auch viele Hunde an der Kette, aber genauso viele tollen frei durch die Gärten! Es ist so, das wir durch das Tierheim Mentsvar natürlich das Schlimmste an Mißhandlungen sehen und dabei oft übersehen, dass es auch dort Menschen gibt, die alles für ihr Tier tun.
Je weiter man in Richtung kroatischer Grenze fährt, desto ärmlicher werden die Häuser. Rund um Budapest sieht es wirklich noch besser aus.
Auch in Mentsvar liegt noch unheimlich viel Arbeit vor uns, um den Tieren, die immer übersehen werden, bessere Bedingungen zu schaffen.

































