Reisebericht Claudia Wrobel
Reisebericht vom 5.10. bis 07.10.07
Dieses Mal gingen auf Tour: Angelika mit ihrem Partner Jörg und meine Wenigkeit. Für mich war es jetzt schon die fünfte Tour, aber es war das erste Mal , dass wir auf Empfehlung eines Herrchens, der inzwischen den zweiten Hund von uns hat, durch Tschechien und die Slowakei fuhren. Er hatte uns dazu alles ausgedruckt und vorbereitet, sodass wir uns erst um 4:00 Uhr in der Früh auf den Weg machen mussten. Danke noch mal dafür!
Die Fahrt verlief ohne große Zwischenfälle, super Wetter und vor allem keine Staus. Nur kurz vor dem Ziel wurden wir durch eine Baustelle eine Stunde in unserem Zeitplan zurückgeworfen. Wir fuhren direkt zu unserem Hotel und nachdem wir unserer wohlverdientes Feierabendbierchen getrunken hatten, fielen wir direkt in die Betten.
Am nächsten Morgen lachte uns die Sonne entgegen und wir machten uns auf den Weg Ins Tierheim. Da ich ja dieses Mal nur einen Zeitabstand von drei Wochen hatte, war ich sehr gespannt was sich in der Zeit getan hat. Gabor wartete schon auf uns und wir machten unseren ersten Gang durch das Tierheim.
Ich war erstaunt: das Welpenhaus nahm Formen an, es war komplett isoliert und es wurden sogar schon die Zwischenmauern der einzelnen Boxen hochgezogen. Es ist so ein schönes Gefühl, wenn man sieht wie es Fortschritte gibt. Und es gibt mir jedes Mal den Aufschub wieder weiterzumachen.
Auch wenn ich manchmal nicht verstehen kann, wie manche Hunde vernachlässigt werden: Bei meinem Aufenthalt vor drei Wochen lief auf dem Gelände ein kleiner schwarzer Hund, der dadurch auffiel, das er in unregelmäßigen Umständen umfiel. Auf meine Nachfrage hin wurde gesagt: er hat Ohrmilben und das Gleichgewicht sei dadurch beeinträchtigt.
Dieses Mal lief der kleine Mann nur noch im Kreis, schrie auf vor Schmerzen, wenn man auch nur in die Nähe seines Kopfes kam. Seine Ohren waren schon richtig zerfetzt vom vielen Kratzen. Ein Bild des Elends.
Inzwischen war auch Elke mit ihrem Mann Thomas angekommen, da am Abend ein Benefizkonzert zugunsten des Tierheimes stattfinden sollte.
Sie war extra angereist, damit wir als Verein trotzdem präsent sein konnten, da wir ja am selben Tag zurückfahren mussten, um die Fellnasen endlich in eine schönere Zukunft zu bringen. Auch ihr fiel der Hund sofort ins Auge und sie verlor ihr Herz an ihm. Dazu aber später mehr. Nun stand erst mal die Arbeit im Vordergrund.
Das gesamte Auto war wieder voll mit Spenden, die verteilt werden mussten. Und auch die Boxen in allen verschiedenen Größen warteten auf ihren Aufbau, damit die Hunde darin während des Transportes sitzen können. Der Aufbau der Boxen ist jedes Mal sehr zeitintensiv und vor allem nervenaufreibend, denn auf jeder Fahrt reisen Hunde unterschiedlicher Größe mit.
Das bedeutet, man muss sich erst die Hunde anschauen: passt der in eine mittlere oder muss er doch lieber in eine große Box? Wir hatten uns dafür schon ein System ausgeklügelt, aber es scheitert jedes Mal an zu schwer, zu unflexibel, zu teuer usw, da wir ja auf dem Hinweg zusätzlich noch die Spenden transportieren müssen.
Alles nicht so einfach, aber vielleicht liest das jetzt ja jemand und hat die für uns rettende Idee.. bitte melden ! Die Zeit des Aufbaus (das machen ein Glück fast immer die Männer) nutzen wir dann, um uns einen Überblick zu verschaffen. Kati und Andi verhelfen uns dabei zu den notwendigen Infos. Danke für eure Geduld.
Es kommen immer so viele Hunde dazu, aber es gibt natürlich auch alte Bekannte.
Ich habe mir als erstes die Narbe und den Zustand von dem Hund angesehen, den ich beim letzten Mal mit operiert habe. Er lief mit allen anderen Hunden im Gehege. Ein Glück, es geht im gut, mir fiel ein Stein vom Herzen. Dann gehe ich jedes Mal durch dieses Tierheim und habe so ein Gefühl von Reizüberflutung.
Ich bringe dann immer das Bespiel: ein Kind das zu Toys´r us fährt und völlig überfordert ist mit dieser Riesenauswahl.. so geht es mir jedes Mal. Dieser Lärm, der Gestank, der Dreck. Aber ich bin jedes Mal erstaunt, wie friedlich die meisten miteinander sind.
Und wie dankbar für jede auch noch so kleine Streicheleinheit.
Das ist dann auch immer meine Mission: ich nehme mir immer die Zeit einmal durch die Quarantäne zu laufen, bestückt mit einer Tüte Leckerli und den ganz armen Würstchen dort meine Aufmerksamkeit zu schenken. Ich denke die Fotos sprechen Bände. Der Transporter war soweit fertig, es stand kurz vor dem verladen, da wurden wir noch mit einem gemeinsamen Pizzaessen überrascht. Das tat sehr gut, denn bei so einem Transport reduziert man seine eigenen Bedürfnisse fast nur noch auf Kaffeetrinken und vielleicht mal ein schnelles Brötchen von der Tankstelle.
Danach ging es aber los: in Keskemet stiegen dieses Mal 24 Hunde zu. Das ist immer eine große Aufregung und es ist ein schönes Gefühl dann losfahren zu können und zu sehen, wie sich die Hunde langsam entspannen. Auf der Höhe von Budapest stiegen noch Gömbi vom Verein Pilis Budai und Szerenke aus dem Tierheim Belfegor dazu. Und in Nickelsdorf trafen wir uns mit Marina, die uns Romeo und Stevie überlies.
Die Rückfahrt verlief dann ohne weitere Probleme, nur in Würzburg wurde den Abholern eine falsche Raststätte genannt, die gar nicht auf unserer Strecke lag, zudem war die Handynummer noch falsch, na ja, wie das dann so ist.. aber wir haben uns nach einigen Umwegen getroffen und konnten auch diesen Hund in die Arme des glücklichen Frauchens übergeben.
Die Übergaben sind sowieso immer das Schönste. Die gespannten Gesichter der Menschen und die freudigen Tänze der Hunde, wenn sie das erste Mal deutschen Rasen unter den Pfoten haben. Es ist einfach schön. Danke auch, für die tolle Versorgung unterwegs. Es war wieder eine schöne Tour und ich hoffe, alle Fellnasen und auch neue Herrchen und Frauchen freuen sich miteinander. Eure Claudia
P.S.: der Kleine Betya wurde von Elke direkt gerettet und in ihrem Privatpkw mit nach Deutschland genommen. Er ist inzwischen bei mir auf Pflegestelle und hat schon nach seinem ersten Tierarztbesuch nicht mehr diese starken Schmerzen gehabt.
Er macht täglich Fortschritte, siehe auch Notfall Betya.
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