Aktuelle Meldung
TEIL I
Warum Auslandstierschutz so wichtig ist?
Heute und morgen wollen wir Ihnen von Elisabeta und ihren Hunden berichten.
Elizabeta lebt allein und zurückgezogen.
Irgendwo im Nirgendwo.
Um sie zu erreichen, mussten wir kilometerweit Sandwege durch die Puszta fahren. Wir wurden vom offiziellen Tanya-Beauftragten der Gemeinde begleitet und unsere Mission war keine Einfache.
Was auf dem Papier ganz klar und eindeutig erschien, zerfiel bei genauerem Hinsehen in zahlreiche Facetten.
Doch beginnen wir am Anfang.
Das erste Zusammentreffen mit Elizabeta, oder genauer gesagt mit ihrem Problem, fand bereits im letzten Jahr statt.
Wir wurden damals von der Gemeinde um Hilfe angefragt, da die alleinlebende Eigentümerin eines Hauses ins Krankenhaus musste und sich Hunde bei ihr befanden, um die man sich kümmern müsse.
Damals bekamen wir einen mehr als klaren Hinweis darauf, unter welch einfachsten Bedingungen ein Mensch in unserer Kultur überhaupt eben kann. Ich könnte jetzt im Nachhinein nicht beschwören, ob ich dort eine Stromleitung wahrgenommen habe. Und auch zur Wasserversorgung könnte ich heute keine Angaben mehr machen.
Allerdings ist mir im Gedächtnis geblieben, dass es keine Haustüre gab und der Eingang mit einer Folie verdeckt war.
Hier lebt man nur dann, wenn man am untersten sozialen Ende angekommen ist.
Und es gibt natürlich auch kein Auto, um diesem Umfeld zumindest zeitweise zu entgehen.
Doch zurück zum Bericht.
Im letzten Jahr trafen wir dort „nur“ 5 Hunde an, von denen wir lediglich 3 überhaupt zu fassen bekamen. Da wir zu diesem Zeitpunkt jedoch keine rechtliche Handhabe hatten konnten wir die Hunde, die wir erwischten, lediglich impfen und chippen. Und natürlich mit ausreichend Futter und Wasser versorgen.
Die Nachricht, dass die Hausherrin aus dem Krankenhaus zurück sei und sich nun wieder um ihre Tiere kümmern würde, ließ uns vorerst mit der Sache abschließen.
Es ist im ungarischen Außenbereich die Aufgabe des Tanya-Beauftragten ein wachsames Auge auf die dort lebenden Menschen und Tiere zu haben.
Leider wurden wir erst jetzt wieder verständigt, denn aus den 5 Hunden waren in den vergangenen Monaten inzwischen 19 Hunde geworden und bereits ein richterliches Urteil erwirkt, das Elizabeta gestattete lediglich 2 der Hunde behalten zu dürfen.
17 Hunde sollten beschlagnahmt werden und ins Tierschutz-Zentrum einziehen.
Sie können nun natürlich erbost und entsetzt reagieren, die Schuld bei uns, bei der unverantwortlichen Elizabeta, bei der rechtlichen Lage oder dem System im Allgemeinen suchen, doch nichts davon wird zu einer Lösung beitragen.
Elizabeta ist eine reale Person, befindet sich aber sicherlich nicht als Einzige in solch einer Lage und repräsentiert eine existierende Seite des Landes zu der man nur ungern hinblicken möchte.
Ich habe mir vorletzte Woche die Mühe gemacht und genauer hingesehen.
Aus Datenschutzgründen möchte ich hier kein Foto von Elizabeta veröffentlichen, aber vor mir stand eine kleine, ausgemergelte Frau, deren Alter ich nicht einmal schätzen kann. Allerdings nehme ich an, dass ich eine ehemals sehr attraktive Frau vor mir hatte, die durch den langzeitigen und übermäßigen Konsum von gesundheitsgefährdenden Dingen dort gelandet ist, wo sie sich nun befindet.
Die aber vor Energie immer noch strotze und bereit war, um ihre Hunde zu kämpfen.
Was mir Elizabeta erzählte und wie sich der Tag letztendlich entwickelte, können Sie morgen weiterverfolgen.
Pfotenhilfe-Ungarn Team
Und Team Tierschutz-Zentrum
Copyright Pfotenhilfe-Ungarn









