Grüße von Joschi, früher Jimmy
Liebe Pfotenhilfe,
vor drei Jahren, am 1. Oktober 2021, bekamen wir Jimmy, jetzt Joschi von euch, und möchten nochmal in Dankbarkeit berichten, wie es ihm ergangen ist. Joschi zu bekommen, war ein Traum für uns, mein Mann und ich hatten beide in der Kindheit einen Hund, und jetzt, als mein Mann in Rente ging, war der Weg frei, weil endlich genug Zeit da war.
Joschi gefiel uns beiden auf Anhieb, meinem Mann war er besonders sympathisch, weil er seit dem letzten Motorradunfall eine kleine Geheinschränkung zurückbehalten hat und Joschi durch eine Schussverletzung in Ungarn ebenfalls ein wenig unrund läuft. Auch war Joschi dreieinhalb Jahre alt, so dass wir keine Welpenerziehung leisten mussten, was wir uns nicht zugetraut hätten.
So kam Joschi am Geburtstag meines Mannes, wurde mir von Gabor in die Arme gelegt und ich war schockverliebt. Auf der Fahrt war er ein ängstliches, zitterndes kleines Bündel, er versuchte immer, sich zu verkriechen, bei Pausen löste er sich nicht und war einfach nur gestresst. In seinem neuen Zuhause angekommen, gelang es erst am zweiten Tag, dass er sich löste, nachdem mein Mann es ihm (ungelogen) an einem Baum im Wald vorgemacht hatte.
Von Anfang an begegnete er anderen Hunden, egal welcher Größe, unerschrocken und freundlich. Er tobte mit ihnen über Stock und Stein, es konnte nicht wild genug sein, er kugelte und flog auch schon mal durch die Gegend, ohne sich im Spiel stören zu lassen. Inzwischen ist er erfahrungsbedingt ein wenig vorsichtiger geworden und geht manchmal auch Umwege, wenn ihm ein großer, unberechenbarer Hund begegnet. Leider ist er einmal gebissen worden und musste zehn Tage eine Halskrause tragen, weil eine kleine Wunde genäht werden musste. Nicht alle sind eben so sozialverträglich wie er selbst.
Mit unseren Gästen war Joschi anfangs überfordert: Wenn wir Besuch bekamen, kniff er männliche Gäste teilweise hinten in die Wade, was uns sehr empörte und beunruhigte. Beim Besuch einer Hundetrainerin, die ihm bescheinigte, einen sehr dominanten Charakter zu haben, kniff er auch sie, so dass sie empfahl, ein Training mit ihm zu machen, bei dem wir zeigen sollten, dass wir die Chefs wären. Das haben wir ein paarmal versucht, fühlten uns dabei aber nicht wohl und hatten den Eindruck, Joschi damit eher noch mehr zu stressen. Super war dann der Tipp, den Hund zuerst wegzusperren, bis die Gäste sitzen, ihn dann dazu zu lassen und nur zu streicheln, wenn er selbst kommt und Kontakt aufnimmt. Damit war das Problem gelöst.
Gelernt haben wir, dass das A und O ist, den Hund in Ruhe ankommen zu lassen, wie ihr es auf der Homepage so gut beschreibt, und ihn nicht durch zu viele Reize und Erwartungen zu überfordern. Joschi ist inzwischen zu Menschen, auch Männern, so freundlich wie zu Artgenossen, selbst von Fremden lässt er sich beim Spazieren streicheln und genießt es auch. Auch an Kindern geht er ruhig vorbei, anfangs war auch das eine schwierigere Situation, vermutlich hatte er schlechte Erfahrungen gemacht.
Mangels Erfahrungen als Hundehalter im Erwachsenenalter haben wir also Joschi durchaus viel zugemutet, können ihn inzwischen aber gut lesen und lieben ihn sehr. Wir haben viel von ihm gelernt!
In Aachen sagt man „das letzte Kind hat Fell“, ungefähr so fühlt es sich auch an 😉.









